Voigtländer 10mm/1:5,6 Hyper Wide Heliar VM

REALISIERT: JULI/AUGUST 2018
PRODUKTION: TEST
PHOTOGRAPHEN: ROGER SCHÄFER
KATEGORIE: URBANE EXPLORATION

Dieses Objektiv ist nichts für schwache Nerven.

Meine Vorliebe galt schon immer den kurzen Brennweiten. Nur mit den Weitwinkelobjektiven kann ich Flächen und Linien komponieren. Es ist, als stünde man inmitten eines unendlichen Raumes und möchte Ordnung schaffen auf dem Eindruck, der zunächst chaotisch daherkommt, Strukturen entwickeln und in Beziehung stellen.

Für meine Hasselblad hatte ich das Distagon 40mm, für meine Canon das 17mm TS-E und für meine Leica M Monochrom das Super-Elmar 18mm. Und diese Leica mit dem 18er ist meine am häufigsten benutzte Kombination in den letzten 3 Jahren. Die Architekturfotografie und die urbane Dokumentation, aber auch Landschaften sind die bevorzugten Inspirationen für meine Bilder. Kein Wunder also, dass ein Objektiv wie das Voigtländer VM 10mm/5,6 Asph. mein Interesse weckte, damit zu fotografieren oder besser zu experimentieren. Denn dieses Objektiv ist nichts für schwache Nerven.

Auf meine Anfrage hin stellte mir die Firma Voigtländer freundlicherweise für ca. 4 Wochen dieses Objektiv inklusive Sucher zum Testen zur Verfügung. Ein erster Blick durch den Sucher: wow! 10mm kann man gar nicht überblicken. So war es dann auch bei den ersten Aufnahmen: Details, an die ich mich nicht mehr erinnerte, waren auf einmal in dem Bild auf dem Monitor zu sehen. Und meine Füße! Ich musste also eine Technik anwenden, um meine Füße nicht mit auf das Bild zu bekommen.

Aber wenn man sich an die 10mm gewöhnt … oder besser auf die 10mm eingearbeitet hat, macht es unwahrscheinlichen Spaß, alles aus diesem Objektiv herauszuholen. Ein Weitwinkelobjektiv ist für mich eben nicht dazu bestimmt, „alles aufs Bild zu bekommen“, sondern mitten drin zu sein im  Dickicht und das Wichtigste in den Fokus zu stellen. Man kann aber nicht erwarten, dass ein 10mm-Objektiv die physikalischen Gesetze umgeht. Naturgemäß erzeugt eine so kurze Brennweite Vignettierungen und Verzeichnungen. Diese zu minimieren ist dann die Aufgabe, die in Lightroom erfolgt. Das Profil für das Voigtländer VM 10mm/5,6 Asph. rechnet die Vignettierung sofort heraus, sodass ein gleichmäßig belichtetes Bild entsteht. Dichteumfang und Schärfe müssen dann noch durch visuelle Beurteilung akribisch korrigiert werden. Auch hier habe ich schnell die notwendigen Korrekturen gefunden, die ich nunmehr auf alle RAW-Daten als erste Optimierungsstufe anwenden konnte. Danach erfolgte für jedes einzelne Bild eine individuelle Anpassung, so wie es meiner Auffassung nach aussehen sollte.

Die Arbeit mit dem Voigtländer 10mm war jedes Mal eine Herausforderung. Mit diesem Objektiv kann man sich in einen Rausch fotografieren, der spätestens beim Betrachten am Computer eine genussvolle Zufriedenheit auslöst. Dieses Objektiv ist ganz speziell: Man muss es wollen und mögen und es sich verinnerlichen, aber dann wird man mit ganz besonderen Bildern belohnt.

Für mich steht es ganz oben auf der Wunschliste für neue Objektive.

“Da sind nur du und deine Kamera. Die Grenzen deiner Photographie liegen in dir selbst, denn was wir sehen, ist was wir sind.”

 

Ernst Hass

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