2016-10-05-schwetzingenschloss-l1006335 by Roger Schäfer.

Am 13. Juli 2017 veröffentlichte die Firma Leica auf ihrem Blog ein Interview, das sie mit mir geführt hat, unter dem Titel “ARCHITECTURAL BEAUTY, images by Roger Schäfer and the Leica M Monochrom”.
Das Original-Interview ist unter: http://blog.leica-camera.com/2017/07/13/architectural-beauty/

2016-10-05-schwetzingenschloss-l1006441 by Roger Schäfer.

Leica: Welche Kamera und welche Ausrüstung benutzt Du, speziell welche Leica-Ausrüstung?
Roger: Ich fotografiere fast nur noch mit der Leica M Monochrom (CCD). Von meinen vier Leica-Objektiven Super-Elmar 18mm, Summarit 35mm Asph., Apo-Summicron 50mm und Apo-Summicron 90mm ist mir das 18mm am liebsten, weil es mich in meiner Art zu fotografieren am meisten unterstützt. Außerdem habe ich noch eine Hasselblad 500CM mit T-Planar 100mm, sowie zwei Canon 5 D Mark II mit einem TS 17mm, 1,2/85mm und 4,0/300mm.

Leica: Wie würdest Du Deine Fotografie beschreiben?
Roger: Seit meiner Kindheit bin ich ein enthusiastischer Schwarz-Weiß-Fotograf. Ich fotografiere mit Vorliebe Architektur und Städte. Hier versuche ich, Linien und Flächen in ein harmonisches Verhältnis zu setzen. Durch die Reduzierung auf Schwarz-Weiß entsteht so auch ein Abstraktion, ein Minimalismus bis hin zur visuellen Metapher. Ich liebe das Experimentieren. Schon bei der Aufnahme sehe ich nicht nur Schwarz-Weiß, sondern auch gleichzeitig verschiedene Möglichkeiten der späteren Abbildung. Das macht das Fotografieren so spannend und so anregend.

Leica: Bist Du ein „Full-time-Fotograf“ oder würdest Du Dich als ernsthaften Enthusiast beschreiben?
Roger: Als Geschäftsführer einer Werbeagentur komme ich natürlich immer in Kontakt mit der Fotografie. Meine fotografische Tätigkeit nimmt einen großen Teil meiner geschäftlichen Tätigkeit ein. Kreativität und Fotografie sind Geschwister.

Leica: Wann hast Du Dich zuerst für die Fotografie interessiert … als Ausdrucksart, als Kunstform, als Berufung?
Roger: Ich konnte schon Schwarz-Weiß-Filme entwickeln, bevor ich in die Schule kam. Ich habe also diesen Geruch des Schwarz-Weiß-Films von jungen Jahren mit mir oder in mir getragen. Ernsthaft habe ich mit der Fotografie angefangen, als ich als 17-Jähriger eine Minolta SRT-101 zu Weihnachten geschenkt bekam. Von da an habe ich in der Schule fotografiert, im Urlaub, in meiner Freizeit. Durch die Beschäftigung im Kunstunterricht mit dem „Bauhaus“ entstand meine Vorliebe für die Architekturfotografie. Von da an war es mein großer Wunsch, meine Passion zur Profession werden zu lassen.

Leica: Hast Du eine normale Fotografenausbildung, mit einem Förderer, oder bist Du Autodidakt? Gibt es einen Fotografen oder einen besonderen Fotostil, der Deine Werke beeinflusst oder inspiriert hat?
Roger: Ich bin Autodidakt. Ich habe vieles gelesen und ich habe viel experimentiert. Ich muss aber auch gestehen, dass ich immer meinen eigenen Weg gegangen bin, ich habe mich also nie an anderen Fotografen orientiert. Es wird sicher in meiner Sichtweise den einen und anderen Einfluss gegeben haben, aber eben ein unbewusster.

Leica: Zu welchem Genre zählst Du Deine Fotografie (Fine Art, Portrait, Street-Photography, …)?
Roger: Das Ziel ist natürlich immer “Fine Art”. Erreichen möchte ich es am liebsten mit Architekturfotografie, mit Stadtdokumentation, aber auch mit Landschaft. Fotojournalismus ist eher seltener, wobei dieses Genre sehr reizvoll sein kann, besonders dann, wenn es um Themen geht, die mich besonders interessieren: Historie, Gesellschaft, Politik.

Leica: Wann stieß Deine Interesse auf Leica?
Roger: Als die Firma Leica 2012 die Monochrom vorstellte, war für mich klar: Diese Monochrom muss ich haben!

Leica: Welches Konzept verfolgst Du mit Deiner Fotografie bzw. was bedeutet sie für Dich?
Roger: Ich steuere ja so langsam auf das letzte Drittel meines Lebens zu und ich sage, die Fotografie wird neben meiner Familie einen großen Teil dieses Lebens einnehmen. Die Schwarz-Weiß-Fotografie ist ein Teil meines Lebens geworden.

Leica: Bitte gib uns einige Links zum Teilen im Internet.
Roger:
http://monochrom.life
http://www.schaefer-photographie.com
https://www.facebook.com/Monochrom.Life
http://zweiburgenstadt.tv

Leica: Bitte stelle uns auch eine kurze Biografie zur Verfügung.
Roger: Geboren 1954 im Münsterland und dort gelebt bis zum Abitur 1974. Nach zwei Jahren Dienst bei der Luftwaffe in Tübingen und Stuttgart Studium der Mathematik (ohne Abschluss). Danach in verschiedenen Firmen für Werbefotografie und Fototechnik in Stuttgart, Frankfurt und Heidelberg tätig. Ab 1989 selbstständig in der Werbung (Geschäftsführer einer Werbeagentur). Lange Zeit auch in der Kommunalpolitik tätig.